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Es gibt ein Zukunftskonzept

Artikel vom 06.02.12, Nordsee-Zeitung

Fischereihafen. Schiffsverkehr und Wasser vor der Tür, in der Ferne reckt sich der Radarturm aus dem Gewirr der Gebäude hervor. Wenn die Mitarbeiter der Firma Innoven aus dem Fenster blicken, dann überkommt sie ein frisches und freies Gefühl, das dem Gründergeist in dem jungen Unternehmen befeuert.

Die Windenergiebranche beweist sich als Jobmotor in der Region. Arbeitsstellen werden unter anderem von Unternehmen geschaffen, die sich neu in Bremerhaven ansiedeln. Entscheidend sind dafür die Standortfaktoren. Die Firma Innoven ist ein Beispiel dafür. „Wir haben uns mehrere Städte angesehen“, sagt Diplom-Physikerin Martina Kuhlmann, die gemeinsam mit ihrem Partner, Diplom-Ingenieur Rolf Rohden, das Unternehmen Innoven betreibt.

Unternehmensschwerpunkt sind Technologien für maritime und regenerative Energiesysteme. Die letzten 20 Jahre haben die beiden in Ostfriesland verbracht. Nach einem beruflichen Umbruch hatte sich der Sprung in die Selbstständigkeit angeboten. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ sei damals die Frage der Stunde gewesen. Die Seestadt überzeugte die angehenden Unternehmen als Standort gleich in mehrerer Hinsicht.

„Es gibt ein Zukunftskonzept für die Stadt“, sagt Kuhlmann. Der Bremerhavener Schwerpunkt Windenergie sei ein großer Punkt gewesen, der ihre Entscheidung beeinflusst habe. Weiterhin bietet Bremerhaven Firmen, die ihren speziellen Bedarf an Zulieferunternehmen decken. „Etwa im Bereich Maschinenbau oder Generatorentechnik“, sagt die Physikerin. Aber noch andere Faktoren seien für ihre Entscheidung ausschlaggebend gewesen.

Die Nähe zur Wissenschaft. Die Windenergiebranche sei noch jung, Forschungsbedarf sei da, sagt Kuhlmann. Dass in Bremerhaven eben diese Forschung betrieben werde, sei wichtig für das Unternehmer-Duo. „Wir bilden gerne junge Leute aus“, sagt die Physikerin. Innoven biete jungen Menschen vor Ort an, im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit im Unternehmen zu arbeiten. „Außerdem wollten wir eine Immobilie mit Zugang zum Hafen“, sagt Kuhlmann. „In anderen Städten ist in diesem Bereich schon häufig vergeben, aber hier bestehen noch Möglichkeiten“, ergänzt Ralf Rohden.

Schließlich arbeitet das Unternehmen mit Reedereien zusammen, entwickelt Lösungen, um Schiffe energetisch zu optimieren. Das Gebäude, eine ehemalige Netzmacherei, kam gerade gelegen. „Einen Neubau kann man sich als Gründer nicht leisten“, sagt Martina Kuhlmann. Doch nicht nur Faktoren, die für den Firmenstandort entscheiden sind, berücksichtigen Kuhlmann und Rohden. „Wir kommen aus Ostfriesland, in einer Großstadt würden wir uns nicht wohlfühlen“, sagt die Unternehmerin. Bremerhaven habe eine angenehme Größe. „Man bekommt noch ohne große Suche einen Parkplatz in der Innenstadt.

Standortfaktor Kultur

„Außerdem gibt es Kultur und ein Freizeitangebot, so dass man am Wochenende etwas machen kann“, ergänzt die Physikerin. Schließlich sei in der Gründungsphase die Zeit knapp. Ralf Rohden faszinieren in Bremerhaven der Hafen und der Deich. Außerdem gefalle ihnen der Geist, der in der Stadt herrsche.

„Es ist eine Stadt im Aufbruch“, meint Martina Kuhlmann. „Hier wird nicht nur geredet, sondern auch gemacht“, sagt Rohden. Die Stadt nehme den Dreh von der alten in die neue Zeit. „Hier wird nicht gejammert, sondern geguckt, was jetzt geht“, erklärt Rohden. Eines sei klar. Mit ihrem Unternehmen hätten sie es mit Bremerhaven gut getroffen. „Es ist alles genau richtig so“, so Rohden und ergänzt: „Wir sind zur rechten Zeit am rechten Ort.“

Die Firma Innoven ist nicht nur von Bremerhaven überzeugt. Sie überzeugte auch Bremerhaven, genauer gesagt eine unabhängige Jury aus Wissenschaft und Praxis: Im November vergangenen Jahres wurde Innoven der mit 50 000 Euro dotierte Gründerpreis verliehen. (yvo) www.innoven.de